Wie sich die Bundesrepublik auf der documenta neu erfand / „documenta. Politik und Kunst” ab dem 18. Juni 2021 im Deutschen Historischen Museum

Berlin (ots) – Die documenta verdankt ihren Aufstieg zur erfolgreichsten deutschen Kunstausstellung nicht zuletzt der politischen Dimension: der Absetzung vom Nationalsozialismus und der Blockbildung im Kalten Krieg. Sie versuchte sich zwar von der NS-Kulturpolitik abzugrenzen, verweigerte sich aber einer offenen Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Zugleich bedeutete die politisch motivierte Westorientierung eine entschiedene Distanzierung vom sozialistischen Kunstbegriff des „Ostblocks”.

Das Deutsche Historische Museum zeigt mit „documenta. Politik und Kunst” (18. Juni 2021 – 9. Januar 2022) die erste Ausstellung, die anhand der berühmten Kassler Großausstellung die vielfältigen Wechselwirkungen von Politik und Kunst in der bundesrepublikanischen Gesellschaft nach 1945 in den Blick nimmt.

Prof. Dr. Raphael Gross, Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum: „Die documenta ist stets weit mehr als eine glänzende Kunstschau gewesen. Mit ihr stieg die bis 1945 verfemte Moderne zur Lieblingsepoche der jungen Bundesrepublik auf. Die moderne Kunst diente den frühen Machern der documenta als willkommene Abgrenzung von der NS-Vergangenheit. Dabei gibt es auch Kontinuitäten: Der Historiker Carlo Gentile zeigt etwa Verstrickungen Werner Haftmanns – einer der Schlüsselfiguren der frühen documenta – in Kriegsverbrechen im Sommer 1944. Werke ermordeter jüdischer Künstlerinnen und Künstler hatten nicht zufällig in dem von Haftmann inszenierten Bild der Moderne keinen Platz. Mit unserer Ausstellung vollziehen wir jetzt erstmals systematisch nach, wie mit Kunst auf der documenta Politik gemacht wurde. Damit eröffnen wir, so hoffe ich, eine neue Perspektive auf die Geschichte der Bundesrepublik.“

Langversion Pressemitteilung:

https://www.dhm.de/pressemitteilung/wie-sich-die-bundesrepublik-auf-der-documenta-neu-erfand/

Pressekontakt:
Abteilungsdirektor Kommunikation
Dr. Stephan Adam
Unter den Linden 2
10117 BerlinT +49 30 20304-150
[email protected]‐ und Öffentlichkeitsarbeit
Daniela Lange
Unter den Linden 2
10117 BerlinT +49 30 20304-410
[email protected]
Original-Content von: Deutsches Historisches Museum, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Mehr aus dem Blog

Joachim Paul: Das Erste abschaffen? Überhasteter CDU-Vorstoß keine Konkurrenz für Grundfunk-Reform

Berlin (ots) - Laut der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) will die CDU-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt "Das Erste" als bundesweiten Sender abschaffen. Sie gab gegenüber der MZ...

„Krause kommt!“- mit vier Promis im Gepäck

Baden-Baden (ots) - In vier neuen Folgen "Krause kommt!" ist SWR Moderator Pierre M. Krause wieder über Nacht zu Gast bei Prominenten, die ihm...

Prof. Harald Lesch in „Terra X“-Zweiteiler im ZDF auf den Spuren vergessener Techniken und rätselhafter Amazonen

Mainz (ots) - In den neuen Folgen von "Terra X: Ungelöste Fälle der Archäologie" begibt sich Prof. Harald Lesch am Sonntag, 23. und 30....

Von den Champions lernen / Neues Buch überträgt Erfolgsstrategien von Spitzensportlern in Business und Alltag

Iserlohn (ots) - Was kommt vor der Medaille bei Olympia und dem Pokal bei einer WM? Talent sei definitiv die Eintrittskarte in den Markt,...