Talkshow-Moderator Markus Lanz: „Als Gastgeber so herumzuzappeln, verstößt eigentlich gegen jede Fernsehregel.“

Bonn (ots) – Markus Lanz ist mit seiner Talkshow zu einer der wichtigsten Bühnen für die politische Debatte in Deutschland geworden. Der Moderator selbst glaubt jedoch, mit seiner Art zu reden und zu gestikulieren „fürs Fernsehen eigentlich völlig ungeeignet“ zu sein, sagt er im Interview mit dem Medienmagazin journalist: „Als Gastgeber so herumzuzappeln, wie ich das manchmal mache, und dabei immer näher an den Gast heranzurücken, wirkt über den Bildschirm viel zu raumgreifend und verstößt eigentlich gegen jede Fernsehregel.“

Er mache das unbewusst, sagt Lanz, er brauche wohl „diese Nähe zum Gegenüber“. Als Friedrich Merz zum ersten Mal auf dem Stuhl direkt neben ihm saß, habe er ihn ein bisschen provoziert und ihm prophezeit, er würde in seiner Partei ohnehin nichts mehr werden. „Da schoss Merz wie eine Kobra nach vorne und meinte: Das wollen wir doch erst mal sehen!“, erzählt Lanz im journalist-Interview. „Bei Markus Söder vibriert die Luft genauso, ich mag das.“ Es gefällt Lanz, wenn es in der Sendung gelingt, Leute, die „komplett druckfest“ sind, aus dem Tritt zu bringen: „Wenn es zumindest gelegentlich mal einen Augenblick der Wahrhaftigkeit gibt, freue ich mich.“

Im Interview mit dem journalist kritisiert der 52-Jährige außerdem das Programmschema des ZDF. Die Talksendung, die von Dienstag bis Donnerstag läuft, startet mal um 22.45 Uhr, mal um 23.15 Uhr oder später. „Wir werden da manchmal unglaublich herumgeschoben“, sagt Lanz. Das sorge nicht nur bei der Redaktion gelegentlich für Frust, sondern auch bei den Zuschauern. „Wer eine Sendung kaputtprogrammieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit.“ Die „Kollegen im Ersten“ bekämen „komischerweise ein verlässliches Sendeschema hin“.

Zudem erzählt der frühere Radiomacher im journalist-Interview, dass er mit dem Thema Podcast liebäugele: „Wir entwickeln zurzeit eine charmante Idee mit Richard David Precht.“

Das gesamte Interview mit Markus Lanz lesen Sie in der Juni-Ausgabe des Medienmagazins journalist, die gerade erschienen ist. Der journalist ist das wichtigste Magazin für Journalist*innen in Deutschland. Herausgeber ist der Deutsche Journalisten-Verband, Verlag: Journalismus3000 GmbH.

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Matthias Daniel
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Quelle: ots

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