rbb-Chefredakteur Christoph Singelnstein wechselt in den Ruhestand / Interview-Sendung statt Abschiedsempfang

Berlin (ots) – Christoph Singelnstein (65), Chefredakteur des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), wechselt zum 1. April in den Ruhestand. Anstelle der sonst zu solchen Anlässen üblichen Empfänge oder Zusammenkünfte widmet der rbb der Arbeit von Singelnstein am 30. März ein journalistisches Format. Unter dem Titel „Streitbar – Kantig – Unabhängig“ interviewt ARD-Mittagsmagazin- und rbb-Abendschau-Moderator Sascha Hingst Menschen, denen Singelnstein als Journalist, Kollege, Konkurrent oder politischer Kopf begegnet ist.

rbb-Intendantin Patricia Schlesinger: „Das Arbeitsleben von Christoph Singelnstein war voller Umbrüche und Wenden. Dabei hat er sich stoisch und ungebrochen eingesetzt für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Christoph Singelnstein war der erste crossmediale Chefredakteur in der ARD und ein Garant dafür, dass in unserer Berichterstattung auch gegen den Mainstream gebürstet wird.“ Daneben habe Singelnstein den Weg des rbb ins digitale Zeitalter behutsam, aber bestimmt begleitet, legte dabei den Grundstein für das Crossmediale Newscenter des rbb und brachte den Bau des Digitalen Medienhauses auf den Weg.

Jetzt übergebe er den Staffelstab mit einer eindrucksvollen Bilanz: „Unter seiner Ägide entwickelte sich ‚Kontraste‘ im vergangenen Jahr zum erfolgreichsten Politikmagazin im deutschen Fernsehen, die rbb-Abendschau und Brandenburg Aktuell erreichten Spitzenwerte. Antenne Brandenburg ist Marktführer in Brandenburg und in der Gesamtregion, rbb 88.8 Marktführer in Berlin. rbb24, das digitale Nachrichtenangebot, wächst kontinuierlich und schnell. Wir danken Christoph Singelnstein sehr und ich freue mich, dass er dem Sender als Berater verbunden bleibt“, sagte Schlesinger.

Wie Christoph Singelnstein über drei Jahrzehnte die Medienlandschaft in Berlin und Brandenburg mitgeprägt hat, beleuchtet Sascha Hingst in „Streitbar – Kantig – Unabhängig“: Über die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, neue mediale Verbreitungswege und die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks spricht Hingst dabei mit Singelnstein selbst, mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck, und mit dem CEO RTL Radio Deutschland Stephan Schmitter, der Singelnstein lange als wettstreitender Radio-Macher in der Region begleitete.

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck sieht den Medienmacher Singelnstein in „Streitbar – Kantig – Unabhängig“ als einen Garant dafür, dass die „alten Seilschaften“ nach 1989 in den neu zu schaffenden Medien nicht Fuß fassen konnten. Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse beschreibt ihn als einen der wenigen DDR-Journalisten, „die nicht beschmutzt waren“ und die sowohl die Erfahrung als auch den „Mut hatten, sich in das Neue zu stürzen, eine neue Rundfunkanstalt umzustrukturieren, aufzubauen.“ Für die erste Intendantin des rbb, Dagmar Reim, bewies Singelnstein, „dass man aufrecht durch schwierigste Zeiten kommen kann.“ Er habe sie gelehrt, „die Menschen und die Mentalitäten in Brandenburg lieben zu lernen.“

Christoph Singelnstein, 1955 in Greifswald geboren, ging 1982 zum Rundfunk der DDR und war dort Hörspiel-Dramaturg und -Produzent. Im August 1990 wurde er von Lothar de Maizière, dem ersten und einzigen frei gewählten Ministerpräsidenten der DDR, zum geschäftsführenden Intendanten des Rundfunk der DDR berufen. Die Chefredaktion von Radio Brandenburg, dem Kultur- und Informationsprogramm des Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB), übernahm er 1991. Fünf Jahre später wurde Christoph Singelnstein Chefredakteur von Antenne Brandenburg. 2009 übernahm er das Amt des Chefredakteurs und stellvertretenden Programmdirektors des rbb. Neuer Chefredakteur des rbb wird zum 1. April Dr. David Biesinger, bislang Leiter des rbb-Inforadios und der Abteilung Multimediale Information.

„Streitbar – Kantig – Unabhängig“ – 30. März 2021, 23.30 Uhr im rbb Fernsehen

Pressekontakt:
Justus Demmer
justus [email protected]
Tel. 030 / 97 99 3 – 12 100
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Quelle: ots

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