Raubkunst: Steht Deutschland zu seinen Verpflichtungen? / Jüdischer Weltkongress fordert Bekenntnis von Staatsministerin Grütters

New York (ots) – Der Jüdische Weltkongress zeigt sich höchst besorgt über eine – hoffentlich nicht mehrheitliche – Argumentationslinie gegen die Restitution des von Nazis geraubten Werkes „Die Füchse“ (1913, Franz Marc), dessen Rückgabe an die Erben des rechtmäßigen Besitzers Kurt Grawi am 26. März 2021 durch die Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz („Limbach-Kommission“) empfohlen wurde.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zur Einhaltung der Washingtoner Erklärung bekannt und konsistent daran gearbeitet, die Umsetzung dieser Prinzipien in der Praxis zu verbessern. Auf dieser Basis hat Deutschland die Gemeinsame Erklärung implementiert und viele Male die Verpflichtung aller öffentlichen Institutionen in Deutschland auf der Bundes-, Landes- und kommunalen Ebene unterstrichen, diesen Prinzipien zu folgen.

Dies beinhaltet auch, die Arbeit und die Beschlüsse der Beratenden Kommission zu akzeptieren. Jeder Versuch, diesen Weg als unrechtmäßig darzustellen ist in höchstem Maße respektlos gegenüber denjenigen deutschen Institutionen, die hart an der Erfüllung dieser gewichtigen und legitimen internationalen Verpflichtung arbeiten.

Der Jüdische Weltkongress befürchtet, dass die Verfolgung einer Außenseitermeinung alle Bemühungen der letzten Jahre gefährdet.

Falls die Stadt Düsseldorf einseitig entscheidet, im Falle des Werkes „Die Füchse“ nicht den Empfehlungen der Beratenden Kommission zu folgen, würde dies ein gleichermaßen schwerewiegendes und negatives Signal zu einer Zeit senden, in der sich Juden in Deutschland über eine Zunahme des Antisemitismus sorgen.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder unterstreicht hierzu:

„Wir müssen in der Lage sein, Deutschland vollständig zu vertrauen, dass es als Teil seines Kampfes gegen Antisemitismus auch zu seinen Verpflichtungen steht, Nazi-Raubkunst zurückzugeben.“

Wir fordern Staatsministerin Monika Grütters auf, Deutschlands Verpflichtung auf die Washingtoner Erklärung und die Einhaltung ihrer Prinzipien erneut öffentlich deutlich zu machen.

Pressekontakt:
Andreas Scheuermann
Leadership Communications
[email protected]
+49 611 166 1424
Original-Content von: World Jewish Congress (WJC), übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Mehr aus dem Blog

PR Report Awards 2021: Die Shortlist ist da

Berlin (ots) - Im Finale der diesjährigen PR Report Awards stehen 121 Kampagnen und Projekte in 25 Kategorien. Die Verleihung findet am 4. November...

James-Bond-Filme rund um die Uhr: ab heute auf Sky Cinema 007 und auf Abruf

Unterföhring (ots) - - Sky Cinema 007 ab heute bis 31. Oktober - Zum Kinostart von "Keine Zeit zu sterben" am 30. September zeigt der...

Back to school für Social-Media-Stars, gesangliche Höchstleistungen sowie ein europaweiter Stromausfall: die Highlights im Oktober auf Joyn und bei Joyn PLUS+

München (ots) - Der goldene Oktober bringt auch ohne Wiesn einige Schmankerl auf Joyn und bei Joyn PLUS+: Den Anfang macht die freundliche Spinne...

Nicole Berkmann von Spar ist Unternehmenssprecherin des Jahres in Österreich

Salzburg (ots) - Nicole Berkmann von Spar ist Unternehmenssprecherin des Jahres in Österreich. Im aktuellen Ranking des Branchenmagazins "Österreichs Journalist:in" wird sie als "immer...