„NACHTCAFÉ“ zum Thema Toleranz

Baden-Baden (ots) – Jährlich gehen queere Menschen auf der ganzen Welt auf die Straße, um im Rahmen von Christopher-Street-Day-Veranstaltungen für Gleichberechtigung zu demonstrieren. Für viele Menschen in Deutschland ist der Umgang mit Homosexualität heutzutage kein Thema mehr. Verschiedenste Lebensmodelle und sexuelle Ausrichtungen werden akzeptiert. Doch, dass dies nicht immer so war, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Bis 1994 stellte der §175 homosexuelle Handlungen unter Strafe. Doch auch heute ist Homosexualität in manchen Bereichen nach wie vor verpönt. Wie selbstverständlich ist der Umgang mit Homosexualität und Transsexualität mittlerweile? Wo gibt es nach wie vor Probleme? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „NACHTCAFÉ: Lesbisch, Schwul, Trans – wie steht’s mit der Toleranz?“ am Freitag, 30. Juli 2021, 22 Uhr, im SWR Fernsehen. Nach Ausstrahlung auch ein Jahr verfügbar in der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/sendung/nachtcafe/Y3JpZDovL3N3ci5kZS8yMjUwOTk0/) und auf dem SWR Youtube Channel (https://www.youtube.com/playlist?list=PLqcJ1tIeqh4jIJiA4ubCLf6qLE5k5FXSi).

Die Gäste im „NACHTCAFÉ“:

Michael Michalsky geht mit seiner Homosexualität schon immer völlig selbstverständlich um

Seine Homosexualität war für den Modedesigner Michael Michalsky schon immer eine Selbstverständlichkeit – und für seine Familie ebenso. Auch in seinem kreativen Umfeld war es nie ein Hindernis: „Ich habe Glück gehabt.“ Darum sieht er sich selbst als Vorreiter für Diversity und bringt diese auch in seiner Arbeit zum Ausdruck. „Es ist schon viel passiert in den letzten Jahrzehnten“, meint er, „aber ganz am Ziel sind wir noch nicht.“

Ricarda Hofmann setzt sich als Podcasterin für mehr Akzeptanz ein

Selbstverständlichkeit und Akzeptanz hätte sich Comedy-Autorin Ricarda Hofmann gewünscht, als sie ihren Eltern mit Mitte 20 erzählte, dass sie lesbisch ist. Deren Reaktion war reserviert. Mittlerweile spricht Hofmann als Podcasterin mit queeren Gästen und setzt sich humorvoll für deren Belange ein. „Meine Eltern hatten nie Berührungspunkte mit homosexuellen Menschen“, sagt sie. Ihr Ziel ist es daher, mit ihrer Arbeit nicht nur die queere Community zu erreichen.

Nasser El-Ahmad wurde aufgrund seiner Homosexualität von Familie verschleppt

Dramatische Folgen hatte seine Homosexualität für Nasser El-Ahmad. Er wurde von seiner Familie schwer misshandelt, von seinem Onkel mit Benzin und brühend heißem Wasser übergossen. Er sollte in den Libanon entführt werden, wo schon ein Galgen auf ihn wartete. Erst an der ungarischen Grenze wurde er gerettet. „Schicksale wie meines sind kein Einzelfall“, sagt er – und als Muslim ist er überzeugt: „Natürlich passen Homosexualität und Islam zusammen.“

Peter Illmann hat seine Homosexualität lange verheimlicht

Lange hat Moderator Peter Illmann seine Homosexualität vor der Öffentlichkeit und vor seiner Familie geheim gehalten. „Es war nicht so, dass das Thema totgeschwiegen wurde. Es war einfach nicht da“, meint der Moderator heute. Obwohl er schon seit vielen Jahren in einer Beziehung lebt, machte er erst 2012 öffentlich, dass er schwul ist. Die Reaktionen seiner Fans, seiner Familie und seines Freundeskreises überraschten ihn.

Marcel Kaupp verwandelt sich regelmäßig in Dragqueen „Marcella Rockefeller“

Marcel Kaupp ist ein sensibler, eher schüchterner Mann. Marcella Rockefeller eine laute, mutige Rockröhre, die als Dragqueen ihre Stimme gegen Homophobie und für Akzeptanz erhebt – und dabei auch häufig verbal und sogar körperlich angegriffen wird. „Marcella ist mein Fels, an dem ich mich festhalten und hinter dem ich mich verstecken kann“, so Rockefeller. Ein Gegensatz ist das für sie nicht: „Marcella teilt genau das mit, was ich als Marcel empfinde.“

Ricardo Föger hatte aufgrund seiner Transsexualität eine Lebenskrise

Im Körper eines Mädchens wurde Ricardo Föger geboren, obwohl er schon immer wusste, eigentlich ein Junge, ein Mann zu sein. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend als Anja in einem kleinen Tiroler Dorf und begann später ein Doppelleben, das ihn schließlich fast in den Abgrund riss: „Es war die Wahl, dass ich es jetzt sage – oder mich umbringe.“ Der Weg der Geschlechtsangleichung wurde für Föger zum Weg zu sich selbst, auf dem er endlich auch sein Glück gefunden hat.

Angela Lohoff outete sich nach 25 Ehejahren und vier Kindern

Frei und offen zu leben und zu lieben, wie sie ist und wen sie will – auch bei Angela Lohoff dauerte es lange, bis sie diesen Schritt wagte. 25 Jahre lang war sie mit einem Mann verheiratet, bekam Kinder, lebte ein scheinbar glückliches Familienleben. Obwohl sie schon seit langem wusste, dass sie eigentlich lesbisch ist. „In meiner Jugend war das verrufen – es gab keine Vorbilder, die sichtbar waren, es fühlte sich irgendwie illegal an“, sagt Lohoff.

Jens Förster ist als Sozialpsychologe tätig

Der Sozialpsychologe Jens Förster weiß, dass Toleranz und Akzeptanz erlernbar sind – und, dass das Wichtigste dafür der Kontakt ist. Auch wenn Homophobie in der Breite der Gesellschaft endlich der Vergangenheit anzugehören scheint: Förster sieht auch die Bevölkerungsschichten, die in diesem Prozess nicht mitgenommen wurden. „Ich sehe tatsächlich eine Gegenbewegung“, sagt er, „das sind häufig Menschen mit einem niedrigen Selbstwert, die sich selbst überlassen wurden.“

„NACHTCAFÉ“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe

Das „NACHTCAFÉ“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Expert*innen, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen. Diese Sendung wurde ohne Studiopublikum aufgenommen, um auf den Gesundheitsschutz Rücksicht zu nehmen.

Außerdem verfügbar: Podcast „NACHTCAFÉ – Das wahre Leben“

Alle zwei Wochen eine neue Folge, abrufbar u. a. unter:

ARD Audiothek im iTunes-Store (Apple) (https://itunes.apple.com/de/app/ard-audiothek/id1224607890?mt=8)

ARD Audiothek im Google-Play-Store (Android) (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.ard.audiothek&hl=de)

https://www.ardaudiothek.de/

„NACHTCAFÉ: Lesbisch, Schwul, Trans – wie steht’s mit der Toleranz?“ am Freitag, 30. Juli 2021, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Online auch in der ARD Mediathek unter: https://www.ardmediathek.de/ard/sendung/nachtcafe/Y3JpZDovL3N3ci5kZS8yMjUwOTk0/

Auf Youtube unter: https://www.youtube.com/playlist?list=PLqcJ1tIeqh4jIJiA4ubCLf6qLE5k5FXSi

Weitere Informationen unter: http://swr.li/swr-nachtcafe-toleranz

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt:
Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, [email protected] Newsletter: „SWR vernetzt“, http://x.swr.de/s/vernetztnewsletter SWR.de/kommunikation twitter.com/SWRpresse SWR.de/corona FÜR EUCH DA #ZUSAMMENHALTEN Um Podcast- und Streaming-Tipps sowie Informationen zur ARD-Mediathek oder der ARD-Audiothek zu erhalten, folgen Sie auch diesen Newsräumen: ARD-Audiothek: https://www.presseportal.de/nr/153004 ARD-Mediathek: https://www.presseportal.de/nr/153003
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Quelle: ots

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