Kunst zum Tag der Deutschen Einheit: Eine Bauhaus-Pyramide von Künstlerkollektiv Klub 7

Halle (S.) (ots) –

Anmoderationsvorschlag

Gastgeber für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ist in diesem Jahr das Land Sachsen-Anhalt. In Halle (S.) stellen sich die 16 Bundesländer bei der EinheitsEXPO vor. Mit dabei ist auch Kunst in der Tradition des Bauhauses – schließlich hat diese moderne Kunstform ihren Ursprung auch in Sachsen-Anhalt.

Drei Installationen sind in der Stadt zu sehen, die sich an den Bauhaus-Grundformen Quader, Kugel und Pyramide orientieren. Gestaltet werden die Objekte von Künstlern aus Sachsen-Anhalt. Die Pyramide wird durch das Künstlerkollektiv Klub 7 gestaltet. Ingo Albrecht Hauser ist Mitglied, bekannt unter seinem Künstlernamen Diskorobot.

Sprecher:

Frage: Was hat Eure Kunst mit der deutschen Einheit zu tun?

Ton: Klub 7

„Bei uns geht’s thematisch um das Zusammenwachsen. Das kommt so ein bisschen daher, dass unsere Arbeitsweise so ist. Wir sind eine Künstlergruppe und haben sechs Künstler:innen und die haben ja so ihre eigene Perspektive und ihre Künstler-Handschriften. Und die treffen quasi jedes Mal aufeinander. Wenn wir uns dann in den Arbeitsprozess begeben, ist dieser Prozess halt herausfordernd. Er ist geprägt von Spontaneität, von Diversität, von auch so einer Art Kampf miteinander im positiven Sinne. Also man erarbeitet sich was und muss auch mal etwas verwerfen. Manche finden es gut, manche finden es schlecht von uns. Also es gibt so interne Prozesse, die wir dadurch leben und dieses Wachsen aus verschiedenen Holz-Fragmenten, die jetzt hier zu sehen sind. Schon um diese Stahlkonstruktion entsteht halt irgendwann dieses Gemeinschaftswerk. Und das steht symbolisch auch für das Zusammenwachsen von allen Menschen, die in Deutschland leben und ebenso divers sind, und die sich täglich immer wieder auf etwas einigen und irgendwie miteinander agieren. Und da passieren ja quasi die Geschichten und die spannenden Prozesse.“

Frage: Wie beeinflusst Euch Eure Herkunft aus Sachsen-Anhalt in Eurer künstlerischen Arbeit?

Ton: Klub 7

„Das beeinflusst uns insofern, dass wir natürlich alle so ein Stück weit durch unsere Biografie diesen Wechsel von DDR zum vereinigten Deutschland miterlebt haben. Also wir sind alle so circa um die vierzig, gerade so über vierzig. Und dadurch haben wir noch die Wende bewusst erlebt und dieses Gefühl, ein nostalgisches altes Gefühl von der DDR vielleicht in uns. Aber natürlich nicht die Probleme, die vielleicht mit so einem System verbunden waren, so gespürt, sondern tappen jetzt eher im Dunkeln und versuchen uns da so ein bisschen rein zu fühlen in unsere Eltern. Wie die sich wohl gefühlt haben oder was die uns da so mitgegeben haben. Wir sind ja quasi in einem wiedervereinigten Deutschland groß geworden, haben alle Chancen gehabt und sind auch deshalb sehr froh, dass wir das alles so nutzen können. Von daher kann ich eigentlich sagen, dass wir sehr positiv gestimmt sind zum Thema Einheit.“

Frage: Du hast an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle studiert. Warum empfiehlst Du jungen Künstlern ein Studium gerade hier?

Ton: Klub 7

„Ja, ich würde es empfehlen, da Halle ein wunderbarer Ort zum Studieren ist. Die Stadt ist so studentenfreundlich, alles ist super vernetzt, und dadurch, dass dies eine zentralistische Stadt ist, bewegt sich alles ums Viertel herum. Man kennt die Studenten aus den anderen Studiengängen. Man kann dadurch auch schnell interdisziplinär arbeiten. Wir haben vielleicht noch nicht die großen renommierten Malerei-Professoren oder so, wenn man von Malerei spricht, als Kunst. Wo man sagen kann: ‚Ja, das ist jetzt hier … Ich habe bei dem oder dem studiert.‘ Das sind vielleicht großstädtische Unis, die sich das leisten wollen. Aber wenn man es als Künstler ernst meint, dann kann man sich in Halle sicherlich wirklich sehr gut entwickeln mit den Ausbildungsmöglichkeiten, die hier sind.“

Frage: Gibt es 31 Jahre nach der deutschen Einheit noch eine Ost- und West-Kunst?

Ton: Klub 7

„Nein, ich glaube das ist vorbei. Also ich kann mich nicht dran erinnern. Vielleicht Leute, die noch in den 90ern bekannt geworden sind. Die hatten vielleicht so einen Professor, der irgendwie so einen Realismus und eine Leipziger Schule gelehrt hat, wo dann so ein Trend war, dass man das irgendwie noch so mitnimmt, stilistisch aber inhaltlich sozusagen offen ist. Na und? Aber ich würde sagen, es ist mittlerweile alles so vermischt, dass man nicht von Osten und Westen sprechen kann.“

Frage: Was ist Sachsen-Anhalt für Dich?

Ton: Klub 7

„Sachsen-Anhalt ist für mich, glaube ich, sehr viel Raum. Erstmal habe ich hier noch an einigen Stellen Platz für Ideen, die jetzt in Ballungsgebieten eben teuer sind. Und hier finde ich halt noch irgendwelche Lagerhallen, die ich als Atelier nutzen kann oder für ein Ausstellungsprojekt vielleicht auch ein Stück Normalität. Ich mag das irgendwie auch. Ja, das ist so eine ganz – zumindest in Halle nur so – angenehme Mischung zwischen verschiedensten Klassen und verschiedensten Typen von Menschen. Ich habe ja acht Jahre in Berlin gelebt und da wird man ja so durch die Viertel schon ein bisschen krasser separiert als in Halle. Da kann man sich nicht mehr so leisten, in solchen Gegenden zu wohnen. Oder wenn man sich das noch leisten kann, dann spürt man das auch, dass der Nachbar irgendwie ein bisschen anders ist. Und das mag ich. Dieses geerdet sein, das verbinde ich tatsächlich mit Sachsen-Anhalt.“

Abmoderationsvorschlag:

Der Künstler Diskorobot vom Kollektiv Klub 7 gestaltet mit seinen Kolleginnen und Kollegen eine Installation für die EinheitsEXPO in Halle (S.).

Alle Informationen zu den zentralen Feierlichkeiten zum 31. Tag der Deutschen Einheit in Sachsen-Anhalt finden Sie auf www.tag-der-deutschen-einheit.de.

Pressekontakt:
Susanne Bethke
Projektleiterin Bundesratspräsidentschaft/
Tag der Deutschen Einheit 2021
Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
Hegelstraße 40 – 42, 39104 Magdeburg
+49 391 567 6666
[email protected]

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Quelle: ots

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