„Können Bücher Heimat sein?“ – Dreiteilige MDR-Dokumentation zum Literaturfrühling in der ARD-Mediathek

Leipzig (ots) – Können Bücher Heimat sein? Einen Mord begehen? Die Welt retten? Das fragt die Doku-Reihe von MDR KULTUR, die in drei Filmen aktuelle literarisch-gesellschaftliche Debatten beleuchtet – ab 26. Mai in der ARD-Mediathek sowie am 27., 28. und 29. Mai im MDR-Fernsehen.

Literatur von deutschen Schriftstellerinnen und Schriftstellern mit Migrationshintergrund ist in diesem Bücherfrühling so präsent wie noch nie. Der „Markenkern Deutschland“ wird auch in der Literatur gerade neu verhandelt. Vor allem Frauen schreiben in ihren Romanen oder belletristischen Texten ihre Sicht auf unsere Gesellschaft. Trotz unterschiedlicher Herkunftsgeschichten eint sie die Erfahrung von Rassismus und Sexismus. Im Film „Können Bücher Heimat sein?“ kommen etwa Shida Bazyar („Drei Kameradinnen“) oder Mithu Sanyal mit ihrem Romandebüt „Identitti“ zu Wort und diskutieren die Frage: Darf ich sein, wer ich sein will? Von den speziell postsowjetischen Erfahrungen des Ankommens erzählen Lena Gorelik („Wer wir sind“), Dmitrij Kapitelman („Eine Formalie in Kiew“) und der aus Kirgistan stammende Mark Filatov („Vom Präsident zum Hartz IV“), der sich als deutscher Comedystar „Slavik Junge“ einen Namen gemacht hat. Auch ihre autobiografisch-gefärbten Romane geben Einblicke in Leben, die heute typisch deutsch sind.

Weg vom Schema des weiblichen Opfers und des männlichen Retters, weg vom Klischee scheinbar unpolitischer Literatur: Der Krimimarkt ist in Bewegung. Seit ein paar Jahren hat ein neues Denken und Schreiben über Verbrechen Einzug gehalten. Im Film „Können Bücher einen Mord begehen“ erklären Simone Buchholz und Zoe Beck vom Autorinnen-Netzwerk „Herland“, wie „New Crime“ funktioniert. Für sie steht fest: Jede Literatur ist politisch, selbst in ihrem vermeintlichen Unpolitisch-Sein zementiert sie Verhältnisse, die unserer Gesellschaft nicht mehr entsprechen. Wie New Crime auch außerhalb deutscher Netzwerke funktioniert, erzählt der britische Bestseller-Autor Ian Rankin. Seine Krimi-Reihe über den schottischen Inspector John Rebus wurden allein in Großbritannien über 20 Millionen Mal verkauft. Der Drehbuchautor Clemens Murath hat grade seinen ersten Roman geschrieben – und nutzt bewusst Klischees, um sie zu demontieren. Auch der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer ist gerade im Krimi-Metier unterwegs, zusammen mit Thomas Stuber hat er das Drehbuch zum Jubiläums-Polizeiruf 110. In der MDR-Dokumentation gibt’s schon mal einen Vorgeschmack auf den Film, der am 30. Mai im Ersten Premiere feiert.

Was erzählen die aktuellen Neuerscheinungen über unser Verhältnis zur Natur? Der Film „Können Bücher die Welt retten?“ stellt Menschen vor, die den Wald gegen die Stadt eintauschen, die Wölfe wieder heulen hören und unberührte Wildnis mitten in Europa wiederentdecken. Linus Reichlin schreibt in seinem Buch „Ein Stadtmensch im Wald“ über die schockierende Erkenntnis, nichts von Bäumen und Tieren zu wissen, die es in der Nachbarschaft gibt. In „Wo die wilden Tiere wohnen“ schildert Karsten Nitsch die Verwandlung der Lausitz von einer Kohlegrube zum Naturparadies und seine biographische Wandlung vom Bergbauarbeiter zum Naturführer. Und in „Das wilde Herz Europas“ zeigt das Tierfotografenpaar Christine Sonvilla und Marc Graf, wie die Wildnis in Europa langsam wieder Fuß fasst – mit der Rückkehr der großen Beutegreifer Wolf, Luchs und Bär in unseren Wäldern.

Alle drei Filme sind ab 26. Mai in der ARD-Mediathek abrufbar und gehören zum umfangreichen Sonderprogramm #wirsindbuchmesse, das der MDR federführend für die ARD zum diesjährigem Lesefests „Leipzig liest extra“ anbietet.

Die Sendetermine im MDR-Fernsehen

Im MDR-Fernsehen wird die Doku-Reihe an folgenden Terminen ausgestrahlt:

„Können Bücher die Welt retten?“ – Donnerstag, 27. Mai, 22.10 Uhr

„Können Bücher einen Mord begehen“ – Freitag (Nacht auf Samstag), 28. Mai, 00.10 Uhr

„Können Bücher Heimat sein?“ – Samstag, 29. Mai, 22.50 Uhr und 22.00 Uhr bei 3sat.

Weitere Informationen rund um das ARD-Angebot #wirsindbuchmesse finden Sie im Netz unter buchmesse.ARD.de und mdr-kultur.de.

Pressekontakt:
MDR, Presse und Information, Birgit Friedrich, Tel.: (0341) 3 00 65 45, E-Mail: [email protected], Twitter: @MDRpresse
Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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