Gemütlichkeit ohne Kabelsalat: Architektin Pegah Ghalambor kümmert sich um Architektur und Innenausstattung der „Let’s Love“-Blind-Date-Hütten

München (ots) –

Drei Hütten auf dem Land, in denen sich Singles verlieben sollen. Drei unterschiedliche Designs, die zu romantischen Blind Dates verleiten. Sie alle stammen von ihr: Die Hamburger Architektin Pegah Ghalambor (39) ist für die Ausstattung der Liebeshütten in der neuen Datingshow auf RLTZWEI „Let’s Love“ zuständig. Dass die Kandidatinnen und Kandidaten vor ihrem Übernachtungsdate überaus begeistert reagieren, freut Pegah Ghalambor natürlich umso mehr. Wieso alle Hütten unterschiedlich und trotzdem ähnlich sind und wie man es schafft, ein Design für alle Altersgruppen zu entwerfen, erzählt sie in einem Blick hinter die Kulissen.

„Let’s Love – Eine Hütte voller Liebe“ läuft von Montag bis Freitag um 17:05 Uhr bei RTLZWEI.

Werden die Hütten von den „Let’s Love“-Kandidatinnen und Kandidaten so angenommen, wie Sie sich das gewünscht haben?

Die Reaktion der Kandidaten ist sehr spannend für mich. Ich freue mich immer, wenn die Bewohner zum ersten Mal in die Hütten kommen und sich sofort wohlfühlen. Es macht Spaß bei jedem Projekt dazu zu lernen, welche Dinge gut ankommen und welche nicht.

Was war Ihre Aufgabe bei „Let’s Love“?

Ich war als Beraterin für den Look & Feel tätig. Die Aufgabe war spannend, da bei dem Format junge und ältere TeilnehmerInnen für ihr Blind Date passend zusammengebracht wurden. Das Design muss also die unterschiedlichsten Menschen ansprechen und in ganz kurzer Zeit ein Gefühl der Intimität entstehen. Das schafft man nur, wenn der Raum das auch bietet. Ein gemütlicher Raum, in dem du dich gut fühlen und öffnen kannst. Vom Stil her relativ modern, das Design muss aber gleichzeitig auch zur Hütte passen. Blumen, gutes Licht und farbige Wände waren zum Beispiel wichtige Gestaltungselemente.

Welche Vorgaben gab es vom Produzenten für Design und Ausstattung der Hütten?

Drei Hütten in der Natur. Die Hütten sollten nicht ganz unterschiedlich aussehen, weil ja von Hütte zu Hütte geschaltet wird. Im ersten Schritt habe ich Farbkombinationen vorgeschlagen. Ich mache das gern intuitiv, aber natürlich auch mit dem Wissen, welche Farben gerade modern sind. Aktuell sind Peach-Grün und die erdigen Farben sehr beliebt.

Welche Ausbildung haben Sie?

Ich habe Architektur studiert und 2009 mein Diplom gemacht. Im Studium fand ich experimentelle Architektur besonders interessant. Ich habe zum Beispiel einen Weltraumflughafen für Tourismus und ein Wissenschaftszentrum für Alt und Jung entworfen. Es ging immer darum, besondere Welten und Atmosphären zu schaffen. Als ich dann in einem Architekturbüro gearbeitet habe, merkte ich ziemlich schnell, dass das nicht meins ist, da dort oft keine besonderen Welten sondern nur die Einhaltung von Normen gewünscht sind. Als Filmarchitektin und Szenografin ist es meine Aufgabe die jeweils passende Welt für das Projekt zu entwerfen. Den ersten Film habe ich 2011 mit meinem Bruder Peyman Ghalambor gemacht, der Regisseur und Filmemacher ist. Damals war mir sofort klar: Genau das ist es für mich!

Wie sehr schränken Sie die technischen Vorgaben, zum Beispiel für die Kameras, in ihrer Arbeit ein?

Ich liebe solche Herausforderungen. Mir liegt die Kommunikation mit dem Kamera-, Lichtdepartment und Produzenten sehr am Herzen. Mir ist zum Beispiel sehr wichtig, dass alle Kabel möglichst nicht sichtbar verlegt oder verkleidet werden, damit weder die Kandidaten noch die Zuschauer am TV das Gefühl haben, gerade in einem Studio zu sein. Die Idee ist, so natürlich und authentisch zu gestalten, damit man sich wohlfühlen und entspannen kann.

An welchen Details in den Hütten erkennt man Ihren ganz persönlichen Geschmack? Was könnte so auch in Ihrer Wohnung stehen oder steht dort sogar?

Ich mag die Birkenstämme und die farblichen Akzente an einigen Wänden. Ich finde auch die Kombinationen aus unterschiedlichen Kissen wichtig für eine echte Gemütlichkeit. Der Garten ist ebenfalls gut gelungen. Der sieht in den Abendstimmungen richtig gut aus.

Wie groß ist der Anteil selbst gebauter Möbel in Ihrer Wohnung?

Ich mag eine Mischung aus gekauften und selbst hergestellten Möbeln. Im Januar wird eine Bibliothek mit Schiebetüren gebaut.

Bei Ihnen kommt keine „Mitteldichte Faserplatte“ ins Haus?

Ich mag es, wenn die ursprünglichen Materialen noch erkennbar sind. Holz ist Holz, Stein ist Stein und Glas ist Glas. Möglichst kein Plastik. Fakes mag ich gar nicht. MDF-Platten sind im Möbelbau aber Standard.

Wo finden Sie die einzelnen Stücke für die Ausstattung?

Bei „Let’s Love“ war eine Mischung gewünscht, bunt wie das Leben. Im richtigen Leben stehen ebenfalls die Stücke vom schwedischen Möbelhaus neben Funden aus der Online-Auktion und vom Flohmarkt. Gute Designstücke sind erschwinglich, wenn man sie gebraucht kauft. Und natürlich findet sich auch einiges im Baumarkt.

Wo holen Sie sich die Inspiration für so eine Arbeit? Ziehen Sie sich mit einem Stapel Wohnzeitschriften und einer Kanne Tee zurück?

Ich liebe es, Anregungen aus Büchern und Magazinen zu ziehen. Dabei interessiere ich mich nicht nur für Architektur und Innenarchitektur, sondern auch für Mode, Fotografie, Kunst und Natur. Inspirationen sind überall zu finden. Ich schaue mir auch gern Privatwohnungen an. Ich finde wichtig, sich zu Hause eine Ruheoase zu schaffen, in der man ja viel Zeit verbringt.

Ist das Licht in vielen Wohnungen ein unterschätztes Thema?

Ja. Ich habe gerade fernsteuerbare, farbige Lampen für meine Wohnung bestellt, weil mir verschiedene Lichtstimmungen so wichtig sind. Licht ist sehr wichtig um schöne, angenehme und unterschiedliche Atmosphären zu erzeugen.

Gehört für Sie auch ein kurzes Probewohnen dazu, um beurteilen zu können, ob die Arbeit gelungen ist?

Das habe ich mal bei der Arbeit an einem Kinofilm gemacht. Oft hat man nicht die Zeit dafür, aber um sich reinzufühlen sollte es eigentlich dazugehören.

Würden Sie für eine zweite Staffel etwas ändern wollen?

Ich kann Weinkisten in der Deko nicht mehr sehen. Wie früher die ewigen Europaletten.

Ist so eine TV-Produktionsfirma eigentlich ein angenehmer Kunde oder nerven die Herrschaften vom Fernsehen ständig mit Sonderwünschen?

Die fachübergreifende Arbeit beim Fernsehen liebe ich. Üblicherweise gibt es gegen Ende beim Fernsehen immer Zeitdruck. In der letzten Woche, wenn die Kamera-, Licht- und Ton-Leute kommen und einen großen Kabelsalat anrichten, denkst du irgendwann, dass du auf keinen Fall pünktlich fertig sein wirst. Manche Dinge fallen auch erst auf, nachdem die Kameras installiert sind und man das Bild im Monitor prüfen kann. Dann muss schnell gehandelt werden. Das funktioniert nur mit einem tollen Team aus Szenebildnern, Art-Directoren, Requisiteuren, und natürlich der Baubühne. Es ist oftmals unglaublich, was das Art-Department bei so einer Produktion auf die Beine stellt.

Für welche Produktion würden Sie gern mal die Kulissen bauen? Für den nächsten Bond?

Ich habe gerade den neuen James-Bond-Film gesehen. Wahnsinn! So was zu bauen… Ich liebe es, Welten zu erschaffen. Das kann gern verrückt sein. Ich bin vielseitig.

Wie ist Ihr Beziehungsstatus? Besteht die Chance oder Notwendigkeit, Sie mal bei „Let’s Love“ zu sehen?

Nein! Noch ist alles in Ordnung. Noch brauche ich keine Unterstützung.

„Let’s Love – Eine Hütte voller Liebe“, montags bis freitags, 17.05 Uhr, bei RTLZWEI

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Quelle: ots

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