Das Erste: Weltspiegel – Auslandskorrespondenten berichten am Sonntag, 20. Juni 2021, um 19:20 Uhr vom BR im Ersten

München (ots) –

Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Iran: Wahlen ohne Wähler
Im Iran wird ein neuer Präsident gewählt: Die Wahlbeteiligung könnte historisch niedrig ausfallen. Beobachter rechnen mit einem Machtwechsel durch den Hardliner Raissi. Viele Iraner sind frustriert über die Politik. In Teheran trifft ARD-Korrespondentin Katharina Willinger den Politikstudenten Navid. Vor anderthalb Jahren haben sie sich kennengelernt, damals in seinem Hostel, in dem er Menschen aus aller Welt beherbergte. Inzwischen musste er es aufgeben. Sein Optimismus und seine Hoffnung sind weg; die Wahl will er zwar verfolgen, aber abstimmen will er nicht, denn es gibt keinen Kandidaten, der Menschen wie ihn vertritt.
Autorin: Katharina Willinger, ARD Teheran

Türkei: Bedrohte Nomaden
Seit Jahrtausenden ziehen Nomaden durch das nördliche Mesopotamien, um ihre Schafherden von Weidefläche zu Weidefläche zu führen. Oben in den Bergen sind diese nach der Schneeschmelze besonders grün und dort verbringen die Nomaden mit den Tieren die Sommermonate. Über die Zeiten hinweg konnten die Nomaden ungehindert Weiden und Felder überqueren. Aber in den letzten Jahrzehnten machen ihnen Staat, Militär und Großgrundbesitzer immer mehr Probleme. So hat sich die Zahl der Herden und Nomaden deutlich verringert.
Wir haben eine Familie des Nomadenclans Beritan über einen Monat hinweg begleitet und miterlebt, wie Hirten und Viehzüchter heutzutage ihrer Arbeit nachgehen.
Autor: Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

Kroatien: Partylaune statt Vorsicht
Die erste spontane Party hat bereits stattgefunden: Auf einem Food-Festival in Split tanzten und feierten über 1000 Menschen ausgelassen in einem Park ganz in der Nähe des Strandes: keine Abstände, keine Masken. Unter den Feiernden waren internationale Studierende sowie Touristen. „Endlich wieder Freiheit!“, riefen sie.
Nicht ganz so euphorisch, aber doch optimistisch zeigen sich Hoteliers: Die Zahl der Buchungen ab Juli hat massiv zugenommen. Vor allem bei deutschen Urlaubern ist die Nachfrage größer als vor der Corona-Krise. Um neue Hotspots zu vermeiden, gelten in Hotelanlagen oder auf den beliebten Ausflugsyachten strenge Abstands- und Hygieneregeln. Doch egal wo, ab einer gewissen Menge an Gästen ist das Einhalten der Maßnahmen nur noch schwer zu kontrollieren.
Autor: Christian Limpert, ARD Wien

Frankreich: Das Alzheimer-Dorf Dax
Ein typisches Dorf in Südfrankreich: ein Marktplatz mit Bistro, Friseur, ein Lebensmittelladen, ein kleiner Park mit See und Eseln. Und doch kein Dorf wie jedes andere, denn hier leben 120 Alzheimerpatienten, selbstständig, soweit wie möglich. Niemand wird eingesperrt, alle können sich frei bewegen – ein staatlich gefördertes Pilotprojekt. Das Ziel: Demenzerkrankten und Alzheimerpatienten, solange es geht, ein aktives Leben zu ermöglichen. Sie gehen einkaufen in den Dorfladen, zum Friseur, zur Gymnastik oder in den Gemüsegarten. Betreuung gibt es rund um die Uhr.
Sabine Rau hat Marie-Christiane getroffen: Sie ist 84 und lebt seit einem Jahr im Alzheimer-Dorf im südfranzösischen Dax.
Autorin: Sabine Rau, ARD Paris

New York: Qual der Wahl
Wer wird New York aus der Corona-Krise führen, und vor allem: Wohin genau soll die Reise gehen? Das werden vermutlich die demokratischen Bewerber unter sich ausmachen, denn Republikaner haben in New York City diesmal kaum eine Chance. Die Vorwahl am 22. Juni gilt deshalb als entscheidend, auch wenn die eigentliche Bürgermeisterwahl erst im November stattfinden wird. Lange sah es so aus, als würde Andrew Yang die demokratische Vorwahl gewinnen. Einst versuchte er sogar Präsident zu werden, jetzt würde ihm Bürgermeister genügen. Aber der Wind hat sich gedreht: Derzeit ist das Rennen wieder offen. Insgesamt kämpfen 13 demokratische Kandidaten um den Sieg.
Autorin: Christiane Meier, ARD New York

Redaktion: Brigitte Abold
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Quelle: ots

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