„aspekte“ im ZDF über die Kulturhauptstädte Europas und das umstrittene Auswahlverfahren

Mainz (ots) – Der EU-Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ist begehrt, denn er sichert finanzielle Zuschüsse, Publicity und Touristenströme. Wie steht es um das umstrittene Auswahlverfahren? Wie verändert der Titel eine Stadt, seine Bewohner und die lokale Kulturszene? Fragen, denen die ZDF Kultursendung „aspekte“ am Freitag, 16. Juli 2021, 23.00 Uhr, nachgeht. Moderator Jo Schück recherchiert im serbischen Novi Sad und im rumänischen Timişoara, die 2022 beziehungsweise 2023 den Kulturhauptstadt-Titel tragen werden. In der ZDFmediathek ist die Sendung bereits ab 21.00 Uhr verfügbar.

Novi Sad und Timişoara waren Teil der K-.u.-k-Monarchie. 2021 sollten sie gemeinsam Kulturhauptstadt Europas werden, pandemiebedingt mussten sie ihr Kulturhauptstadtprogramm verschieben. Vor Ort erkundigt sich Jo Schück nach dem Stand der Vorbereitungen. Er trifft auf Vorfreude, Hoffnung, aber auch auf Chaos und Ernüchterung. Im serbischen Novi Sad spricht er zum Beispiel mit der Kuratorin des dortigen Museums für zeitgenössische Kunst, erkundet mit einem ehemaligen Rockmusiker und Clubbesitzer ein Stadtviertel und konfrontiert den Verantwortlichen für die Europäische Kulturhauptstadt Novi Sad 2022, Nemanja Milenkovic, mit der Kritik aus der lokalen Kulturszene.

In Timişoara begegnet Schück neben anderen Dominic Fritz. Der gebürtige Deutsche und ehemalige Büroleiter von Bundespräsident Horst Köhler ist seit Oktober 2020 Bürgermeister der westrumänischen Stadt. Der ersten Euphorie sei zwar die harte Realität gefolgt, erzählt Fritz, aber er blickt mit Optimismus auf 2023: „Der Titel Europäische Kulturhauptstadt ist eine historische Chance für Timişoara und ganz Rumänien.“

„aspekte“ ergründet, warum viele lokale Kulturschaffende trotzdem enttäuscht sind von dem laufenden Prozess. Das Bewerbungsverfahren sei immer komplexer geworden, so dass die Bewerberstädte sich professioneller Beraterinnen und Berater bedienten. Kulturwissenschaftlerin Kristina Jacobsen bemängelt in „aspekte“ die fehlende Transparenz, die dem Renommee des europäischen Titels schade, und fordert Reformen. Denn für sie sei die Idee der Kulturhauptstädte eine der begeisterndsten und erfolgreichsten kulturellen Projekte Europas, die es wert sei, erhalten und weiterentwickelt zu werden.

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Quelle: ots

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