„3satThema: Schwarz.Weiß.Afropäisch“ mit neuer Doku „Woher kommst du eigentlich? Schwarze in Deutschland“

Mainz (ots) –

Mittwoch, 29. September 2021, ab 20.15 Uhr
Erstausstrahlung

„Woher kommst du eigentlich“ – so lautet eine der häufigsten Fragen, die Schwarze in Deutschland gestellt bekommen. Ebenso üblich ist der Griff ins Haar. Vorurteile, Ignoranz und Rassismus prägen bis heute den Alltag schwarzer Deutscher beziehungsweise Europäer. Wie gehen Afrodeutsche mit ihrer Geschichte um? Welche kolonial-rassistischen Muster prägen auch heute noch unsere Gesellschaft? Das „3satThema: Schwarz.Weiß.Afropäisch“ am Mittwoch, 29. September, ab 20.15 Uhr, zeigt die neue Doku „Woher kommst du eigentlich? Schwarze in Deutschland“ von Claire Wilisch sowie „Die Macht der Vorurteile“ von Denise Dismer und John A. Kantara. Ab Ausstrahlung sind die Filme auch in der 3satMediathek zu sehen.

Wann und warum kamen Afrikanerinnen und Afrikaner nach Europa, und welche Interessen standen im Vordergrund? Welche Rolle spielten Schwarze während der Weltkriege, und wie war der Umgang mit Afrodeutschen nach dem Nationalsozialismus? Deutschland rühmt sich, nur kurz Kolonien gehabt zu haben. Doch viele Mitteleuropäer beteiligten sich schon früh am außereuropäischen Handel, eng verbunden mit dem Sklavenhandel des 17. bis 19. Jahrhunderts. Die Hocharistokratie „hielt“ sich schwarze Kammerdiener, die geraubte Kinder und als Erwachsene im besten Fall Sklaven im goldenen Käfig waren. Im Ersten Weltkrieg verloren die Deutschen ihre Kolonien und als die Franzosen mit ihren schwarzen Kolonialsoldaten 1919 das Rheinland besetzten, war die Kränkung der Deutschen groß. Die damals geschürte Angst vorm „schwarzen Mann“ wirkt bis heute, so Historiker Prof. Dr. Jürgen Zimmerer. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es diesmal afroamerikanische Soldaten, die kamen. Und auch diesmal wusste die deutsche Gesellschaft nicht, wie sie mit schwarzen deutschen Kindern aus eingegangenen Beziehungen umgehen könnte. Viele von ihnen wurden ins Ausland adoptiert oder in Kinderheimen von der restlichen weißen Bevölkerung getrennt. Deutsch und schwarz sein war in den 1950er-Jahren für die Mehrheitsgesellschaft nicht vorstellbar. Die Historikerin Yara-Colette Lemke Muniz de Faria hat sich jahrelang mit den Kindern dieser Besatzungssoldaten beschäftigt: „Es war eine durch und durch biologistische rassistische Sichtweise auf diese Kinder. Und sie wurden mit allen Attributen belegt, die Jahrhunderte alt sind.“ Filmemacherin Claire Wilisch trägt die facettenreiche Geschichte zusammen und zeigt anhand von Archivmaterial Einzelschicksale und Familiengeschichten und deren koloniale und euroafrikanische Zusammenhänge auf. Gleichzeitig schlägt sie den Bogen ins Heute und beleuchtet das Entstehen und Wachsen der „Schwarzen Community“ und ihrer Anliegen in Deutschland.

Ansprechpartnerin: Claudia Hustedt, Telefon: 06131 – 70-15952;
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Quelle: ots

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