3sat: „WissenHoch2“ über das neue Bild vom eigenen Körper / Mit einer Wissenschaftsdoku und einer Ausgabe von „scobel“

Mainz (ots) –

Donnerstag, 7. Oktober 2021, ab 20.15 Uhr
Erstausstrahlungen

Extra Pfunde, schiefe Zähne, dünnes Haar – Menschen mit vermeintlichen Makeln werden häufig von Selbstzweifel und Scham geplagt. Sind wir von einem offenen Verständnis von Schönheit noch weit entfernt, während überall von Vielfalt geredet wird? „WissenHoch2“ in 3sat beschäftigt sich am Donnerstag, 2. Dezember 2021, ab 20.15 Uhr, in der Dokumentation „Body Positivity – Das neue Bild vom eigenen Körper“ mit dem Blick auf den eigenen Körper. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt „scobel – Wie der Körper das Bewusstsein erschafft“. Darin diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen über die Wechselwirkung zwischen Körper und Bewusstsein.

Das eigene Aussehen bestimmt stark das Selbstwertgefühl – und oft nimmt man den eigenen Körper negativer wahr als andere ihn sehen. Schönheitsideale sind von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich. Die Kosmetikfirma „Dove“ sorgte 2005 für Schlagzeilen, als sie mit ihrer Initiative für wahre Schönheit erstmals Frauen ohne Modelmaße in ihre Werbespots integrierte. Mittlerweile buchen immer mehr Firmen Models, die irgendwie anders sind – mit vermeintlichen Makeln. Auch im Netz verzichten immer mehr Influencerinnen und Influencer auf Bildbearbeitungsprogramme und setzen auf Natürlichkeit. Die Dokumentation „Body Positivity – Das neue Bild vom eigenen Körper“ geht weg von klassischen Idealen hin zu einem diversen Verständnis von Schönheit, bei dem die individuelle Einzigartigkeit in den Fokus gerückt wird. Der Autor Volker Wasmuth trifft Models mit Downsyndrom und Körperprothesen, begleitet eine Haartransplantation und lässt Fachleute wie den Attraktivitätsforscher Professor Lars Penke oder die „Diversity“-Spezialistin Anuschka Rees zu Wort kommen. Aber: Sind das alles Vorboten eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruchs oder steckt dahinter nur ein neues Marketinginstrument?

Um 21.00 Uhr folgt „scobel – Wie der Körper das Bewusstsein erschafft“. Ohne Embodiment, wie ein Forschungsgebiet zur Wechselwirkung zwischen Körper und Bewusstsein heißt, gibt es weder ein Bewusstsein noch Intelligenz. Die Fachrichtung gewinnt in Zeiten sozialer Distanz neue Bedeutung – und liefert auch erstaunliche Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz. „Ich denke, also bin ich“, behauptete der Philosoph René Descartes und outete sich damit als Anhänger des Dualismus, der Körper und Geist als voneinander getrennte Einheiten betrachtet. Das Leib-Seele-Problem beschäftigt die Philosophie bis heute. Nicht Gehirn und Geist bestimmen über den Körper, sondern der Körper ist Ursprung des Denkens. Die Kognitionswissenschaften wiederum betrachteten das Gehirn bislang als eine Art Computer, das auch völlig ohne Verbindung zum Körper Sitz unseres Bewusstseins sein kann. Die Embodiment-Forschung in Psychologie, Neurowissenschaften und kognitiven Neurowissenschaften sammelt nun immer mehr Erkenntnisse darüber, dass grundlegende Funktionen des Fühlens, Denkens und des Ich-Bewusstseins ohne körperliche Interaktion mit der Welt und unbewusste Wahrnehmungen aus dem Körper selbst nicht möglich sind. Sollten wir also den Dualismus à la Descartes, der unser Leben, Denken und unsere wissenschaftliche Erkenntnis bisher bestimmt, endlich aufgeben? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen Helge Ritter, Physiker Neuroinformatiker und einer der Direktoren des Forschungsinstituts für Kognition und Robotik der Universität Bielefeld, Lena Kästner, Juniorprofessorin für Philosophie des Geistes und Kognitive Systeme an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, und Wolfgang Tschacher, Emeritus für Psychologie an der Universität Bern. Er leitete noch bis Mitte diesen Jahres die Abteilung für Experimentelle Psychologie der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und interessierte sich für den empirischen Blick auf Embodiment.

„WissenHoch2“ – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel zum gleichen Thema mit einem interdisziplinären Team von Expertinnen und Experten.

Ansprechpartnerin: Marion Leibrecht, Telefon: 06131 – 70-16478;
Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, [email protected]

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/wh2

„Scobel“ bei Youtube: https://youtube.com/scobel

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Quelle: ots

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